HISTORIE

Da ich gerade das extrem detailreiche Buch „Die Zisterzienser und ihre Weinberge in Brandenburg“ von Roland Fröhlich (Link) lese, hier eine Kurzfassung zur historischen Dimension des Weinbaus in Dobbrikow.

Schon unter der Herrschaft der Herrn von Trebbin wurden um 1160 wohl ein Weinberg von 3 Morgen angelegt. Das Kloster Zinna bei Jüterbog besaß seit 1171 die vier großen Seen von Dobbrikow, bevor 1307 das gesamte Dorf und damit auch der Weinberg und die Schäferei in deren Besitz überging. Die Schäferei ist dabei ein wichtiger Faktor, da mit dem Schafsmist gedüngt wurde. Die Weinberge um Kloster Zinna mussten die starke Nachfrage nach Messwein decken – und ab dem 15. Jahrhundert auch den direkten Konsum des Abtes und Konvents. An die 17 Morgen wurden in den Blütezeiten bewirtschaftet. Die Lage zwischen den Seen sorgte für einen gewissen Frostschutz im Vergleich zu anderen Lagen des Klosters.

Nach der Auflösung des Klosters im Jahre 1553 übernahm der Kossät Hans Linke die Bewirtschaftung des Weinberges. 1680 wurde der Dobbrikower Weinberg Kurfürstlich und später Königlich verwaltet. 1712 wurde der Weinberg mit einer damaligen Größe von 15 Morgen (3,8 ha) an einen Tobias Fellgetreu verpachtet. Im Pachtvertrag waren klare Vorgaben der Bewirtschaftung festgelegt, gleichzeitig waren Friedrich II. und seine Kurmärkische Kammer nicht bereit in die Werterhaltung des Weinberges zu investieren. Nach dem Schlesischen und dem Siebenjährigen Krieg fehlten schlicht die Mittel.

Am 22. März 1765 wurde mit den Weinmeister-Gebrüdern Eichwäde ein Erbpachtvertrag abgeschlossen. Auch ein Weinmeisterhaus sollte errichtet werden, Pläne lagen schon vor. Bislang stand die Presse auf dem Weinberg in einem völlig verfallenen Zustand. zum Bau kam es aber nicht mehr. Die Rebfläche ging immer weiter zurück, Erträge waren schlecht, der Wein wurde unter dem Durchschnittspreis des Landes verkauft. 1801 wurde der Verpachtung aufgegeben. Die verbliebene Rebfläche von 8 Morgen wurde von Dorfbewohnern noch bis 1852 in Eigenregie fortgeführt.

Heute ist der historische Weinberg ein besonders geschützter Bereich (FFH Gebiet). Als einer der letzten Standorte der basiphilen Trockenrasen mit überwiegend kontinentalen Pflanzenarten
nimmt das Gebiet eine herausragende floristische Stellung im südlichen Raum von Brandenburg ein (Details).

Es gibt im unteren Bereich der noch deutlich sichtbaren Terrassen wild wachsende Rebstöcke, die auch regelmäßig meist rote Trauben tragen. Kleine Trauben, große Kerne, dicke Beerenhaut und viel Tannine.

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