tina@17morgen.de

Ich komme aus Frankfurt (Oder), wo meine Jugend eher von Bier und Tequila geprägt war. Wein war erstmal weit weg. Meinen Eltern erzählten mir zwar Geschichten vom süßen, roten, ungarischen Wein, der in ihrer Jugend wohl eine größere Rolle gespielt haben musste. Ich allerdings war wenig angetan von der Vorstellung, dieses Gebräu zu trinken. Und auch während meines Wirtschaftsmathe-Studiums in Berlin gingen meine Weinkenntnisse, ganz im Gegensatz zu meiner sonstigen Affinität gegenüber feinen Geschmäckern, nicht über Rot und Weiß hinaus. Denn auch diese Zeit war eher hopfenlastig.

Gegessen und gekocht habe ich aber eigentlich schon immer gern. Heutzutage wünsche ich mir manchmal in einer Gastro- oder Weinfamilie groß geworden zu sein. Jedoch hätte ich dort wohl weniger über die Punkmusik und oder Politik gelernt, die meine “Frankfurter Jahre” prägten. 

Meine Liebe zum Wein fand ich dann am Ende meines Neuseelandjahres – 2012. Dort habe ich auf einem Weingut als Tank Cleaner angeheuert und bin – glücklicherweise – unverhofft lange geblieben. Wie es das Schicksal so wollte, durfte ich viele Verkostungen der Moste und Jungweine mitmachen und wurde, wie soll es anders sein, geradezu überwältigt von der Vielfalt des Weines. 

Also zog ich die einzig logische Konsequenz und beschloss, ein zweites komplettes Studium aufzunehmen: Weinbau und Önologie in Geisenheim, raus aus der Großstadt. Und trotzdem wohl eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Hier lernte ich, was man dort eben so lernt: viele technische, chemische und biologische Fakten über Wein (und natürlich dessen An- und Ausbau!). Nachhaltig prägend waren für mich aber besonders die Verkostungen und Diskussionen mit den KommilitonInnen über jede einzelne Flasche. Eine großartige Zeit!

In den Semesterferien und nach meinem Abschluss habe ich dann in verschiedenen Weingütern auf der ganzen Welt gearbeitet. In insgesamt elf Herbsten hatte ich so also die Chance, auf Weingütern in Kalifornien, Frankreich, Neuseeland, Australien, Österreich und Deutschland mitzuwirken. Ich konnte mir auf diesem Weg unglaublich viele verschiedene Techniken der Weinherstellung ansehen und -eignen und durch die durchschnittlich dreimonatigen Aufenthalte auch die Regionen kennenlernen und deren Weine ausgiebig probieren und verstehen. 

Als eines meiner Lieblingsgebiete hat sich das Languedoc-Roussillon in Frankreich bewiesen. Hier gibt es nämlich eine Vielzahl von gepriesenen Naturweingütern. Diesen erdigen, modrigen Geruch und Geschmack der Weine liebe und schätze ich über alles! Ein Wein von dem dortigen Weingut Matassa war dabei beispielsweise mein Startwein, um mich in die Naturweinszene einzutrinken. Und diese Matassaweine trinke ich heute noch mit Wonne!

Das sehr gute Arte-Format Punkovino hat mich dann endgültig bestärkt und mir eine Gemeinschaft gegeben, die sich mit der Kombination von unkonventionellen Lebensvorstellungen und Wein beschäftigt. Das erinnerte mich an meine lang gehegte Sehnsucht des Berliner Weins. Denn eines habe ich auf all meinen Reisen immer vermisst: Die Vielfalt des Großstadtdschungels.

17morgen bedeutet für mich, meinem lang ersehnten Traum in die Realität umzusetzen. Ich kann erstens eigenen Wein nach den Vorstellungen und Einflüssen der Reisen produzieren, und zweitens weiterhin in meiner Wahlheimat Berlin leben. Und kann somit nicht nur meine Freunde und Familie in der Nähe wissen, sondern auch meinen guten, alten Großstadtdschungel.

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